![]() ![]() ![]() Naturschutzgebietes FondotoceDie Geomorphologie
Im Pleistozän (vor 1.650.000 bis 10.000 Jahren) war das Ossolatal von einem riesigen Gletscher bedeckt. Am Berg Mont'Orfano verzweigte er sich, und zwar ein Zweig erstreckte sich zum Lago Maggiore hin, der andere in Richtung Ortasee. Der Berg Mont'Orfano entstand vor ca. 300 Millionen Jahren. Wegen seiner granitischen Struktur hat ihn der Gletscher nicht weggetragen, sondern ihn lediglich modelliert, so dass er die charakteristische Form eines riesigen abgerundeten Felsen angenommen hat. Aus geologischer Sicht bildet der Berg Mont'Orfano zusammen mit dem Mottarone-Massiv einen homogenen Körper. Beide Berge trennt die Schwemmlandebene des Flusses Toce, der erst nach einer breiten Windung den See erreicht. Am Ende der letzten Eisperiode (vor ca. 10.000 Jahren) fing der Toce an, Geröll in dem langen Zweig des Lago Maggiore abzulagern, der damals in den unteren Teil des Ossolatals hineindrang. Der Fluss brachte dauernd Ablagerungen, die die Bodensenkung nach und nach mit Erde bedeckten, bis sich die heutige Ebene bildete. Wegen der ständigen Materialanhäufung hat dann der Fluss Toce (vermutlich im 15. Jh.) den Lago Maggiore vom Mergozzo-See abgetrennt. Die letzte wichtige Änderung an dem natürlichen Flusslauf fand 1899 statt: der Fluss versetzte seine Mündung in den See nach Süden, d.h. von der Zone der sogenannten "Crociera" zu der heutigen Stelle. Die GraniteDie Gewinnung der Granite von Mont'Orfano und den Anhöhen von Feriolo und Mergozzo begann in der römischen Zeit. Fotographien aus der Mitte des 19. Jh. zeigen größere Förderungsflächen als heute. Die Gründe dafür waren wahrscheinlich die damalige Technik und die weit verbreitete Züchtung von Ziegen, was die natürliche Wiederansiedlung der Vegetation in den Brüchen verhinderte. Bis Mitte des 20. Jh. verstreuten sich die "Steinmetzen" aus dieser Gegend, die als besonders gut und tüchtig bekannt geworden sind in ganz Europa und zogen auch nach Amerika. Das berühmteste Granit der Gegend ist das sogenannte "rosa Granit von Baveno", dessen Farbe auf die Anteile von rosa Orthoklas zurückzuführen ist. Unter den Mineralien, die dieses magmatisch-intrusive Gestein bilden, sind der milchweiße Oligoklas, der farblose Quarz und der Glimmer Biotit in schwarzen Blättchen mit bloßem Auge leicht zu erkennen. Ein häufiges Merkmal des rosa Granits von Baveno ist die Drusenbildung mit wunderschönen Kristallen, in denen es oft eine Doppelbildung des Orthoklas nach einer als "Baveno Gesetz" bekannten Modalität zu beobachten ist. In den Brüchen von Feriolo und Mont'Orfano wird ein helleres Granit gewonnen, d.h. das weiße und das weiß-graue; das Gestein mit der Handelsbezeichnung "Granit von Mergozzo" neigt dagegen zu Grün wegen der Chlorit-Anteile; es enthält auch veilchenblaue Quarzen. Die Marmorblöcke, die zum Bau des Mailänder Domes gebraucht wurden, stammten aus den Brüchen von Candoglia. Sie wurden über den Fluss Toce, den Lago Maggiore, den Fluss Tessin und die Navigli-Kanäle nach Mailand transportiert (die berühmte Veneranda Fabbrica del Duomo -"Ehrwürdige Dombaufrabrik"- ist heute noch tätig). Wiebke Werwer Operativer Sitz:Via Canale 48, Fondotoce (Verbania)
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